Wenn man werdende Mütter fragt, geben fast alle auf die Frage
ob sie stillen möchten an: "Ja, wenn ich kann". Die gute Nachricht:
Nahezu jede Frau kann stillen. Viele bekannte Probleme wie wunde Brustwarzen, zu
wenig Milch und mangelnde Gewichtszunahme des Babys können mit dem richtigen
Vorwissen vermieden, oder mit der richtigen Hilfe überwunden werden.
Oft wird werdenden Müttern heutzutage suggeriert, Stillen wäre etwas ganz besonderes; aufwendig, mit Einschränkungen der eigenen Persönlichkeit verbunden und teilweise sogar schmerzhaft. Ein Opfer sozusagen, welches eine "gute Mutter" möglichst für ihr Baby leisten sollte, wobei der Erfolg aber noch vom Glück abhängig ist. Dabei ist stillen eigentlich lediglich "normal". Für die Entwicklung des kleinen Babys, den Körper der Mutter, der Beziehung dieser beiden Menschen untereinander - an all dies hat hat die Evolution Muttermilch und Stillen so angepasst, damit alles gerade genau so unterstützt wird, wie es nötig ist. Das hätte nicht über Jahrmillionen von Jahren funktioniert, wenn es für die Mütter immense Nachteile hätte. Diese mussten im Gegenteil ein möglichst normales Leben weiter führen können - von den ersten Wochen der Anpassung abgesehen, die leider gerade in unserer Gesellschaft einer Wöchnerin oft nicht mehr gegönnt werden...
Sie sollten wissen, welche Nachteile es für Sie und Ihr Baby haben kann, wenn Sie nicht stillen. Allerdings sollten Sie auch wissen: Keine Frau MUSS stillen. Wenn Sie sich nach ausführlicher Information dafür entscheiden, Ihr Kind trotzdem mit der Flasche zu ernähren, ist dies auch in Ordnung, und wird für Sie und Ihr Kind sicher die beste Lösung sein!
Dies gilt natürlich erst Recht für alle Mütter, die gerne gestillt hätten, aber aufgrund von unüberwindbaren Problemen "das Handtuch geschmissen" haben. Mit der richtigen Unterstützung hätten vielleicht auch Sie eine für Sie angenehme Stillzeit haben können - aber es ist nicht die Schuld der Mütter, dass diese Unterstützung heutzutage leider so oft fehlt. Ein schlechtes Gewissen oder das Gefühl versagt zu haben ist deshalb an dieser Stelle ganz sicher vollkommen unangebracht!
Wenn Sie noch schwanger sind, und dem Stillen eher ablehnend gegenüber stehen, könnten Sie mit einer endgültigen Entscheidung vielleicht bis nach der Geburt warten, denn danach sieht oft alles ganz anders aus. Denken Sie daran, ihrem Baby fällt die Anpassung an diese Welt mit jedem Tropfen Neugeborenenmilch leichter, Ihre Rückbildung funktioniert besser, und zur Flasche greifen können sie trotzdem jederzeit.
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